Bulwien Gesa versus empirica: Aussagen führen zu Verunsicherung am Wohninvestmentmarkt

Zeit für Popcorn: Bulwien Gesa vs. empirica

Bulwien Gesa hat Kernaussagen des Frühjahrsgutachtens der Immobilienweisen zum Teil widersprochen und eine andere Meinung als empirica. Auch Bulwien Gesa hält Wertkorrekturen, beispielsweise am Wohninvestmentmarkt, in den nächten Jahren nicht für unwahrscheinlich, aber das beschriebene Ausmaß und die Konzentration für übertrieben.

Die robusten makroökonomischen Bedingungen in Deutschland weisen darauf hin, dass Wohnungsbedarf und -nachfrage zunächst stabil bleiben. Zu den genannten Rahmenbedingungen zählen beispielsweise Beschäftigtenentwicklung, Kaufkraft, Haushaltsentwicklung oder die Altersstruktur. Bei gleichzeitig sinkender Flächenverfügbarkeit wächst der Wohnungsbedarf in den Metropolen noch immer.

Wertkorrekturen auf Wohninvestmentmärkten sind in den kommenden Jahren nicht unwahrscheinlich

Es gibt aber auch Zustimmung zu einer Aussage von Empirica. Die deutschen Wohnungsmärkte befinden sich auch nach Meinung von Bulwien Gesa in einer Phase der Abkühlung. Bulwien Gesa nennt diesbezüglich besonders das Zinsniveau, welches den Zeitpunkt und das Ausmaß einer Wertkorrektur maßgeblich bestimmen wird.

Die Stellungnahme von Bulwien Gesa findet sich hier. Ein Zusammenfassung des Frühjahrsgutachtens lässt sich auf der Seite des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) herunterladen: Frühjahrsgutachten 2017

Aussagen führen zu Verunsicherung

Meines Erachtens führen die Veröffentlichungen letztendlich zu einer Verunsicherung am Investmentmarkt. Zahlreiche Schlagzeilen wie “Die Party ist zu Ende”, wie beispielsweise das Handelsblatt titelte, sind eine unterschwellige Warnung vor Investitionen in den Wohnungsbau. Angst vor Investitionen sind Grift, wenn es man es mal mit dem deutlich volantileren Aktienmarkt vergleicht. Bei Investoren und auch den betroffenen Kommunen könnte der Eindruck entstehen, dass kein weiteres Engagement erforderlich ist.

Beim jetzigen Preisniveau und der fehlenden Grundstücke geht der Projektentwickler ohnehin häufig ein hohes Risiko ein. Von der Projektidee bis zur Baufertigstellung vergehen in der Regel 3-5 Jahre Jahre und je größer und komplizierter das Projekt, desto länger die Akquisitionszeit. In der Konsequenz hat der Entwickler eine niedrige Reaktionsfähigkeit und Anpassungsflexibilität des Immobilienangebots auf Nachfrageschwankungen.

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