Lunchgespräch mit Sebastian Blecke

Chief Operating Officer (COO) bei der GSG Berlin (Gewerbesiedlungs- Gesellschaft mbH)

Sebastian Blecke (43), GSG Berlin

Er ist seit über 7 Jahren Geschäftsführer der GSG in Berlin, Triathlet, IRONMAN-Teilnehmer und durch und durch ein Vorbild für die Next Generation. Er verantwortet rund 1 Mio. Quadratmeter Büro- und Gewerbefläche in der Hauptstadt und zählt damit zu den führenden Anbietern in Berlin.

Wir haben ihn zum Lunchgespräch getroffen….

Herr Blecke, wie hat sich Ihr Weg in der Immobilienwirtschaft zugetragen?

Ich habe zunächst Bau-Ingenieurwesen studiert, dabei aber schon erkannt, dass mich die betriebswirtschaftlichen Themenbereiche verstärkt interessieren. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums als Diplom-Bauingenieur im Jahr 2001, habe ich ein post-graduales Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur besucht. Hier gab es dann auch den ersten – und bewusst gesuchten – Kontakt zur Immobilienwirtschaft.

Meine Diplomarbeit hat die Zukunft von Logistikparkkonzepten behandelt. Die Arbeit habe ich 2003 damals mit Unterstützung von Savills geschrieben und ab da war meine Leidenschaft für die Immobilienwirtschaft geweckt. Es vergingen dann aber noch knapp 2 Jahre, die ich als Ingenieur im Bereich des Projekt- und Claim-Managements gearbeitet habe, bevor dann der Wechsel in die Immobilienwirtschaft vollzogen werden konnte. In meinem ersten Job in der Immobilienwirtschaft war ich 2005 als Asset Manager tätig.

Was war für Sie in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn besonders spannend und was war die beste Entscheidung, die Sie getroffen haben?

Jeder Tag ist spannend! Und vor allem ist jeder Tag anders. Das Schöne an der Asset Klasse (Multi-let, light industrial), mit der ich es nun seit über 13 Jahren zu tun habe, ist die Heterogenität der Objekte und der Mieter. Aktuell haben wir knapp 2.000 Mieter im Portfolio der GSG Berlin zu betreuen. Das ist das Salz in der Suppe! Und wir haben die spannende Herausforderung in der momentanen nachfragegetriebenen Marktlage quasi ein überdimensionales TETRIS-Spiel zu spielen und zu überlegen, welcher Mieter am besten genau wohin passt. Das ist spannend und macht Spaß.

Und zur Frage nach der besten Entscheidung, die ich je getroffen habe… Die besten Entscheidungen waren hoffentlich immer die von gestern aber viel wichtiger ist doch, dass man überhaupt entscheidet! Nichts ist schlimmer als das Vertagen von Problemen auf den Sankt Nimmerleinstag. Es muss gehandelt werden – jeden Tag. Und wenn man mal mit einer Entscheidung falsch lag, dann kann man am nächsten Tag immer noch umsteuern.

Sie waren kürzlich im Silicon Valley: Was ist der größte Unterschied zu Deutschland?

Nach 10 Tagen vor Ort kann ich vielleicht keine umfassende Antwort darauf geben, aber zwei Dinge können festgehalten werden: Im Silicon Valley kocht das Wasser auch bei 100° Celsius und es geschehen keine Wunder einfach nur so. Der Hauptunterschied ist also der Mindset der dort lebenden Personen und die Herangehensweise an bestimmte Problemfelder.

Mehr zu diesem Thema von Seastian Blecke bei der Handelsblatt Immobilientagung im Rahmen des Young Professional Day´s!

 


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Wenn Sie der jungen Next Generation einen Ratschlag geben müssten: Welcher wäre das?

Mit 43 Jahren bin ich doch selber noch total jung 😉 Eigentlich komme ich gerne auf meine zuvor beantwortete Frage zurück: es ist fundamental wichtig Entscheidungen zu treffen. Jeden Tag! Jede Stunde! Ich kann nur jeden ermutigen, entscheidungsfreudig zu agieren. Natürlich können nie alle Entscheidungen richtig sein. Aber solang man in Summe am Tag mehr Dinge richtig als falsch entschieden hat, war es doch am Ende ein erfolgreicher Tag. Wer nichts entscheidet, macht auf jeden Fall etwas falsch. Und letztlich ist der Mensch nur das geworden, was er ist, weil er seinen Kopf und sein Gehirn für Entscheidungen verwendet. Würden wir uns nur von Instinkten leiten lassen und nicht bewusst Entscheidungen treffen, würden wir heute noch mit der Keule durch den germanischen Wald wandern.

Und zum Abschluss ein paar persönliche Fragen:

Fußball oder Golf?

Golf – aber nicht, weil ich so ein begnadeter Golfspieler wäre, sondern eher, weil Fußball so gar nicht mein Sport ist. Meine sportlichen Wurzeln liegen eher im Ausdauersport.

Hund oder Katze?

Katze. Das erscheint mir die praktischere Variante eines Haustiers zu sein.

Kaffee oder Tee?

Kaffee zu Meetings, Tee am Schreibtisch

Mercedes oder BMW?

BMW. Aber am ehesten kann ich mich für teure Rennräder begeistern.

 

Herr Blecke vielen Dank für Ihre Offenheit und die interessanten Antworten! Ich freue mich schon sehr auf die Vertiefung im Rahmen der Handelsblatt Tagung, ganz bald in Berlin.

 

Am Dienstag, den 6. November 2018 findet das Special-Event für die unter 40-Jährigen der Immobilienwirtschaft im Hotel de Rome statt, parallel zur Handelsblatt Tagung.

Es ist ein besonderer Treffpunkt, bei dem Kommunikation und Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Die Pausen finden zeitgleich mit der Haupttagung statt, so dass Sie viele Gelegenheiten zum Networking mit den langjährigen Experten der Branche haben.

Im Vortrag von Sebastian Blecke geht es um das Thema Digitalisierung, Mindset und neue Arbeitswelten Welche Unterschiede gibt es zwischen Deutschland und dem Silicon Valley?

Hier geht es zur Anmeldung